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Altersstudie Eigener Haustürschlüssel 2020

mellon hat das Durschnittsalter ermittelt, in dem Kinder in Deutschland ihren ersten eigenen Schlüssel bekommen.


Themen im Überblick:

Wann bekommen Kinder ihren ersten Schlüssel

Deutschlandweite Altersstudie zum ersten eigenen Haustürschlüssel 2020

Wann ist das richtige Alter, um einem Kind einen eigenen Haustürschlüssel zu geben? Früher oder später müssen sich die meisten Eltern mit dieser Frage auseinandersetzen. Gibt es diesbezüglich ein „richtiges Alter“ oder sollte es für jedes Kind individuell entschieden werden? mellon hat sich mit genau diesen Fragen auseinandergesetzt und im Zuge dessen eine Studie durchgeführt, in der deutsche Eltern befragt wurden. Es wurden Altersangaben und Gründe für die Schlüsselübergabe an das Kind abgefragt, ebenso wie das Thema Schlüsselverlust durch das Kind.

Die Studie zeigt spannende Ergebnisse in Bezug auf Familienstrukturen. Zusätzlich gibt sie Einblicke in die Erfahrungen, Gedanken und Erziehungsunterschiede einer repräsentativen Anzahl deutscher Eltern.

Icon von einem Schlüssel8,34 Jahre


ist das Durchschnittsalter bei dem Kindern ein eigener Schlüssel gegeben wird.

Icon von einem Mädchen69%


der Kinder bekommen ihren ersten eigenen Haustürschlüssel zwischen 6 und 9 Jahren.

Icon von zwei Brüdern3 Monate


bekommen Kinder mit Geschwistern ihren Schlüssel früher als Einzelkinder.

Icon von einem ruhigen Gesicht68,4%


der Eltern sind gar nicht bis mäßig besorgt, dass sich ihr Kind aussperren könnte.

Das durchschnittliche Alter für den ersten Schlüssel

Die meisten der befragten Eltern gaben an, ihrem Kind den ersten Schlüssel zwischen dem sechsten und dem zehnten Lebensjahren gegeben zu haben. Das Durchschnittsalter beträgt dabei 8,34 Jahre. Lediglich 2,5% der Eltern gaben an, ihrem Kind einen ersten eigenen Schlüssel mit 13 Jahren oder später anvertraut zu haben. Ebenfalls wenige Kinder, nämlich nur 2,9%, erhalten einen eigenen Schlüssel vor dem sechsten Lebensjahr.

Hauptgrund für einen eigenen Schlüssel

Knapp die Hälfte aller befragten Eltern (47,1%) gab an, ihren Kindern einen eigenen Schlüssel zu geben, um die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern. 30% der Befragten sehen den Schlüssel als praktisches Mittel an, damit Kinder die Tür eigenständig öffnen können, während die Eltern arbeiten. Auch die Gründe „Vertrauensbeweis“ (17,3%) und „Schlüssel im Notfall“ (1,4%) spielen für Eltern eine Rolle.

Gründe für ersten Schlüssel für Kinder

Einfluss des Geschlechts

Bei der Angabe, ob das Geschlecht einen Einfluss darauf hat, wer zuerst einen eigenen Haustürschlüssel ausgehändigt bekommt, herrscht beinahe Einigkeit. 91,2% der Befragten gaben an, dass das Geschlecht für sie keinen Unterschied mache, da dies individuell auf das Kind ankäme. Lediglich ein kleiner Teil der Befragten (7,6%) denkt, dass sie eher einem Mädchen den Schlüssel anvertrauen würden, als einem Jungen (1,2%).

Wem wird früher Haustürschlüssel anvertrauen

Geplantes vs. Tatsächliches Alter

Die Umfrage ergab, dass es einen Unterschied zwischen dem geplanten Alter und dem tatsächlichen Alter, in dem der Schlüssel ausgehändigt wird, gibt. Die Angaben der Eltern machen deutlich, dass diese planen einem Kind mit durchschnittlich 9,05 Jahren einen Schlüssel zu geben. Letztendlich zeigen die Ergebnisse jedoch, dass der Schlüssel bereits mit durchschnittlich 8,34 Jahren – und somit 9 Monate früher – ausgehändigt wird.

Geplantes/Tatsächliches Alter bei erstem Schlüssel

Vergleich von Eltern und Kindern

Hier wird das Alter der Eltern, in dem sie selbst als Kind einen Schlüssel bekommen haben, mit dem der eigenen Kinder verglichen. In beiden Generationen bekamen die meisten Kinder zwischen 6 und 9 Jahren einen eigenen Haustürschlüssel. Auffällig ist jedoch, dass die Randgruppen (<6 und 16-18 Jahre) heutzutage immer mehr abnehmen, während die Gruppe 6 bis 9 Jahre immer mehr Zuwachs bekommt. Kinder bekommen heutzutage also früher einen eigenen Haustürschlüssel als vorige Generationen.

Der Einfluss von Geschwistern

Im Rahmen der Studie hat mellon untersucht, ob das Alter, in dem der erste eigene Schlüssel ausgehändigt wird, davon beeinflusst wird, ob es Geschwisterkinder gibt. Unterschiede zwischen Einzel- und Geschwisterkindern sowie zusammengehörigen Geschwisterkindern wurden gegenübergestellt und verglichen.

Zwei glückliche Kinder spielen

Einzelkinder vs. Geschwisterkinder

Im Durchschnitt erhalten Einzelkinder ihren ersten eigenen Schlüssel 3 Monate später als Kinder mit Geschwistern. Das Durchschnittsalter bei Einzelkindern liegt bei 8,58 Jahren und bei Geschwisterkindern bei 8,33 Jahren.

Erster Schlüssel für Einzelkinder und Geschwisterkinder

Erstgeborene vs. Jüngere Geschwister

Jüngere Geschwister erhalten den Haustürschlüssel früher als die erstgeborenen Kinder. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Eltern bei Mittelkindern oder Nesthäkchen, aufgrund der gemachten Erfahrungen mit den älteren Kindern, anders agieren.

Erster Schlüssel für Erstgeborene oder Jüngere

Durchschnittsalter mit zunehmender Kinderzahl

Je mehr Kinder eine Familie hat, desto geringer ist das Durchschnittsalter für den ersten eigenen Schlüssel.
Während Einzelkinder ihren Haustürschlüssel erst mit durchschnittlich 8,58 Jahren erhalten, bekommen Kinder aus Familien mit 4 Kindern ihren Haustürschlüssel früher und zwar bereits mit 8,2 Jahren. Also rund 4 Monate früher.

Durchschnittsalter für ersten Schlüssel sinkt

Die Sorgen der Eltern

Den Eltern wurden Fragen über ihre Sorgen und Befürchtungen im Hinblick auf den ersten eigenen Schlüssel der Kinder gestellt. Es stellte sich raus, dass ein Großteil der Befragten weniger besorgt ist, wenn es um die Themen Schlüsselverlust, Aussperren und Abschließen geht. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass eine Minderheit von durchschnittlich 18% der Befragten eine negative Erfahrung in einem dieser Bereiche gemacht hat.

Frau stellt sich Fragen

Kinder vergessen die Tür abzuschließen

Fast drei Viertel der Eltern sind wenig bis gar nicht besorgt, dass ihre Kinder vergessen die Tür abzuschließen, wenn sie das Haus verlassen. Ein möglicher Zusammenhang könnte zu der Frage bestehen, wie viele Eltern diese Erfahrung schon mit ihren Kindern gemacht haben. In knapp 79% der Familien ist es noch nie vorgekommen, dass die Tür vom Kind nicht abgeschlossen wurde.

Sorge Eltern über nicht abgeschlossene Tür

Kinder sperren sich aus

Ein Großteil der Eltern, nämlich 68,4%, sind gar nicht bis mäßig besorgt, dass sich ihre Kinder aussperren könnten, wenn sie alleine zuhause sind. Das mag auch damit zu tun haben, dass es in nur knapp 20% der Familien schon einmal vorgekommen ist, dass sich die Kinder ausgesperrt haben.

Statistik wieviele Kinder schon ausgesperrt wurden

Kinder verlieren den Schlüssel

Lediglich 34,7% sind besorgt darüber, dass ihre Kinder den Schlüssel verlieren könnten. 65,3% der befragten Eltern sind wenig bis mäßig besorgt, dass ihre Kinder den Schlüssel verlieren könnten. In einem Großteil der Familien (85,1%) ist der Schlüsselverlust durch Kinder bisher auch noch nie vorgekommen.

Sorge Eltern vor Schlüsselverlust der Kinder

Experten-Interviews

mellon hat drei Experten zum Thema „Kinder und der erste Haustürschlüssel“ befragt. Mit Lisa Harmann berichtet eine vielfache Mama aus ihrer Sicht über das Thema. Die wissenschaftliche Perspektive nimmt der Kinder- und Jugendpsychotherapeut Christian Lüdke ein. Außerdem wurde ein Versicherungsexperte zu diesem Thema befragt und gibt spannende Einblicke aus Sicht eines Versicherers. Alle drei Perspektiven helfen dabei, einen Einblick in das Thema „Kinder und der erste eigene Schlüssel“ zu erhalten.

Die Perspektive einer Mutter und Familienexpertin

Stadt Land Mama gehört zu den meistgelesensten Familienblogs Deutschlands. Die Bloggerin Lisa Harmann kommt aus dem Bergischen Land bei Köln und beleuchtet zusammen mit Ihrer Kollegin Katharina Nachtsheim in ihrem Online-Magazin sämtliche Facetten der Mutterschaft. Zudem sind die beiden Autorinnen eines Buches und treten als Expertinnen in verschiedenen Medien, wie WDR, NDR, Edition F und Brigitte, auf.

Lisa Harmann vom Magazin StadtLandMama
Lisa HarmannJournalistin, Bloggerin bei Stadt Land Mama, Mutter von 3 Kindern

Gibt es Ihrer Meinung nach ein richtiges Alter für einen eigenen Haustürschlüssel?

Das ist schwierig zu pauschalisieren. Hierbei kommt es eher auf die Reife des Kindes an. Es ist wichtiger, dass die Kinder den Umfang ihrer Tätigkeiten bereits begreifen können und sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Das ist natürlich, je nach Kind, unterschiedlich. Ich sage immer:

Bei uns gibt es kein Alter, indem man Dinge darf, sondern eine Reife, die entscheidet.

Wie haben Sie mit ihren Kindern über das Thema Verantwortung gesprochen?  

Das ist ein großes Thema bei uns, weil sie schon relativ früh relativ viel dürfen. Da geht natürlich auch mal etwas kaputt. Wenn dann mal etwas Wertvolles kaputtgeht, reden wir mit den Kindern über den Wert des Gegenstandes. Ein Schlüssel selbst ist nicht besonders wertvoll, aber da kann ja unter Umständen etwas mehr dazugehören. Selbstverständlich sollten wir unseren Kindern keine Angst machen, aber wir können ihnen ab einem bestimmten Alter erklären, dass jeder, der den Schlüssel findet, im Grunde auch ins Haus kommen kann. Und die Vorstellung einen Fremden im Haus zu haben, finden dann doch die meisten Kinder nicht so schön…

Haben Sie generell Angst, dass Ihre Kinder Schlüssel oder andere Wertsachen schnell verlieren?

Das kommt auf das Kind an. Es gibt Kinder, die gerne mal Dinge verlieren. Das wäre jetzt für mich aber kein Grund ihnen keinen Schlüssel zu geben. Denn die Übung macht den Meister und ich traue ihnen das prinzipiell zu. Außerdem lässt sich ein Schlüssel notfalls ersetzen. Sofern die Adresse nicht auf dem Schlüssel steht, weiß der Finder auch nicht, wo er ihn einsetzen kann.

Können Sie anderen Eltern Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, wenn diese ihrem Kind einen eigenen Schlüssel geben wollen?

Ich denke, dass es hilft, wenn man den Kindern sagt, dass der Schlüssel immer an einen bestimmten Platz zurückgebracht und dort aufbewahrt werden sollte. Außerdem kann es helfen ein Band oder etwas Vergleichbares an den Schlüssel zu binden, damit man diesen schneller in Schultaschen wiederfindet.

(Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim sind Autorinnen von »WOW MOM: Der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind« ISBN 978-3-8105-3072-1)


Die Perspektive eines Kinder- und Jugendpsychotherapeuten

Dr. Christian Lüdke hat sein Staatsexamen in Erziehungswissenschaften gemacht, hat promoviert und ist mittlerweile wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität zu Köln am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie. Als Experte war er bereits in Fernsehbeiträgen zahlreicher Sender zu sehen, darunter ZDF, RTL, WDR und NTV.

Experte Dr. Christian Lüdke
Dr. Christian LüdkeKinder- und Jugendpsychotherapeut, TV-Experte, Buchautor

Wann ist ein Kind kognitiv soweit, dass es sich kleinen Verantwortungen bewusst wird und mit diesen umgehen kann?

Kognitiv sind Kinder schon mit 3 Jahren dazu in der Lage. Emotional sind sie sogar vorher schon in der Lage sich kleineren Verantwortungen bewusst zu werden. Jedoch darf man das mit dem Alter nicht pauschalisieren. Es hängt vor allem von den Themen Bindung, Beziehung, Lernen und von den Werten der Familie ab. Wenn all diese Einflussfaktoren perfekt wären, dann können Sie im Grunde schon Kleinkindern einen Schlüssel in die Hand drücken.

Kognitiv sind Kinder schon mit 3 Jahren in der Lage mit kleinen Verantwortungen umzugehen.

Welches Alter und welchen Entwicklungsstand würden sie empfehlen, um einem Kind einen eigenen Haustürschlüssel zu geben?

Aus therapeutischer Sicht würde ich empfehlen, dass das Kind, ab dem Tag an dem es in die Grundschule geht, langsam an einen eigenen Schlüssel gewöhnt wird. Ab diesem Alter werden die Kinder im Grunde genommen selbstständig. Allerdings gibt es hier Einflussfaktoren, die berücksichtigt werden sollten. Beispielsweise können Kinder im Alter von circa 6 Jahren die gesamten Reize, die sie auf dem Schulweg aufnehmen, noch nicht verarbeiten. Das können sie erst mit circa 8 Jahren. Das birgt natürlich Risiken. Hier kann es helfen, wenn der Schulweg zuvor geübt wird.

Wie spricht man am besten mit dem Kind über die Verantwortung auf den Schlüssel Acht zu geben?

Mahnende Worte oder kognitive Appelle bringen in den meisten Fällen nichts bei Kindern. Wenn ich einem Kind den verantwortungsvollen Umgang mit einem Schlüssel vorlebe, wird das Kind das letztendlich imitieren. Zusätzlich kann man das Thema Schlüssel spielerisch angehen, in Verbindung mit einem Märchen beispielsweise. Das hat eine positivere Wirkung auf das Kind als mahnende Worte. Da ist pädagogisches Geschick wichtig und es müssen Gefühle transportiert werden, da Kinder mehr durch Gefühle als durch Erklärungen bestimmt werden.

Wie wirkt sich die größere Selbstständigkeit auf das Kind und seine Entwicklung aus?

Kinder erleben größere Selbstständigkeit wie einen Begeisterungssturm. In den meisten Fällen werden sie davon richtig gepusht: “Ich bin groß”. Denn Kinder orientieren sich immer nach oben und finden es dann unheimlich toll auch einen Schlüssel – so wie Mama und Papa – zu haben. Aber eine größere Verantwortung und Selbstständigkeit kann, neben den extrem vielen positiven Wirkungen, auch Nachteile mit sich ziehen. Das Kind könnte zum Beispiel auf dumme Gedanken kommen und die Situation allein Zuhause mit Freunden ausnutzen. Was dann Zuhause passiert, ist aber letztendlich wieder eine Erziehungsfrage.

(Dr. Christian Lüdke ist Autor von »Profile des Bösen« ISBN 978-3-658-28435-0)


Die Perspektive einer Versicherung

Phillip Kolwer arbeitet bei dem digitalen VersichererFRIDAY. Er schildert uns den Verlust eines Schlüssels durch ein Kind aus der Sicht eines Versicherers und klärt über die Haftung bei Schlüsselverlust auf.

Experte Phillip Kolwer
Phillip Kolwer Insurance Product Manager, FRIDAY Insurance S.A.

Welche Versicherung greift, wenn ein Schlüssel verloren geht und wer übernimmt die Kosten?

Wird einem der Schlüssel geraubt oder kommt dieser durch ein versichertes Ereignis in der Hausratversicherung abhanden, zahlt die Hausratversicherung die Schlossänderungskosten. Verschafft sich ein Dieb mit dem geraubten Schlüssel zutritt zur Wohnung und entwendet Sachen, ist dies ebenfalls versichert. Geht der Schlüssel verloren, kommt die Hausratversicherung nicht für den Schaden auf. Verliert man den Schlüssel kommt die Privathaftpflichtversicherung für die Schlossänderungskosten. Das gilt aber nur für den Mieter einer Wohnung oder eines Hauses – nicht für den Eigentümer. In jedem Fall sollte man in den Vertragsunterlagen darauf achten, ob der Schlüsselverlust in der Privathaftpflichtversicherung inkludiert ist. Das ist nicht immer der Fall.

Greift die Versicherung auch, wenn ein Kind den Schlüssel verliert?

Die Hausrat-, sowie die Privathaftpflichtversicherung leisten auch, wenn ein Kind einen versicherten Schaden verursacht. Hier kann es aber Ausnahmen geben. Deswegen sollte man bei der Privathaftpflichtversicherung darauf achten, dass Kinder mitversichert sind. In Familientarifen ist dies die Regel. Ausnahmen gibt es auch bei der Hausratversicherung. Hier sollte darauf geachtet werden, dass Schäden durch grobe Fahrlässigkeit mit eingeschlossen sind. Gerade bei einem versicherten Schlüsselverlust durch sehr junge Kinder könnte zur Diskussion stehen, ob es grob fahrlässig war, dem Kind dem Schlüssel zu geben. Diese Diskussionen kann man sich damit ersparen. Wird der
Schlüssel vom Kind verloren leistet die Hausratversicherung nicht.

Wenn ein Kind den Schlüssel verliert, greift die Hausratversicherung NICHT. Sofern man Mieter ist, greift die Privathaftpflichtversicherung.

Gibt es einen Unterscheid bei der Haftung, wenn das Kind eine bestimmte Altersgrenze unterschreitet?

Die Antwort auf diese vermeintlich einfache Frage ist recht kompliziert. Kinder bis zum 7. Lebensjahr gelten als nicht deliktfähig. Verliert ein Kind in diesem Alter seinen Haustürschlüssel, kann es dafür nicht persönlich haftbar gemacht werden.

Zwischen dem 7. und 18. Lebensjahr gelten Kinder als bedingt deliktfähig. In diesem Alter wird der Einzelfall geprüft und geguckt, ob das Kind schon einsichtsfähig genug war, um entsprechend auf den Schlüssel aufzupassen.

Bei vielen Privathaftpflichtversicherungen sind mittlerweile auch Schäden durch deliktunfähige Kinder mitversichert. Sofern die Eltern das wünschen, kann der Versicherer für den Schaden aufkommen, obwohl rechtlich keine Haftung besteht.Andernfalls kümmert sich der Versicherer um das Abwehren der Schadenersatzansprüche.

Wichtig ist der Grundsatz: Eltern sind für ihre Kinder aufsichtspflichtig. Bei einem Schlüsselverlust durch ein Kind, kann es dazu kommen, dass Eltern für den Schaden aufkommen müssen, falls sie ihre “Aufsichtspflicht” missachtet haben. Schließlich haben die Eltern dem Kind den Schlüssel gegeben.

Was ist aus rechtlicher bzw. haftungstechnischer Sicht ein empfehlenswertes Alter, um seinem Kind einen eigenen Schlüssel zu geben?

Die Antwort lautet: Es kommt drauf an… Eltern sollten individuell abschätzen, ob ihr Kind schon in der Lage ist, auf einen Schlüssel aufzupassen. Man sollte das Kind dabei auch aktiv unterstützen. Denn eines ist sicher: Ab einem Zeitpunkt im Leben wird es für jedes Kind notwendig werden einen Schlüssel zu besitzen. Um zu verhindern, dass der Schlüssel verbummelt wird, kann man diesen an einer Schlüsselkette anbringen. Mit der entsprechenden Aufklärung der Eltern sollte es hier aus Versichererperspektive keine Probleme geben.


Methodik

Die gezeigten Informationen basieren auf eigens von mellon erhobenen Daten. Die Datenerhebung fand im August 2020 statt. Es wurden insgesamt 1168 Eltern aus ganz Deutschland mit Hilfe einer Online-Umfrage befragt, die mobil und auf dem Desktop angeboten wurde. Diese Umfrage wurde von den Teilnehmern freiwillig und unentgeltlich durchgeführt. Die Teilnehmer mussten Multiple- oder Single-Choice Fragen beantworten, Werte auf Skalen angeben und hatten bei einigen Fragen die Möglichkeit selbst eine Antwort anzugeben.

Alle Fragen behandelten den Bereich Kinder und der erste Haustürschlüssel, wobei der Fokus auf den Altersangaben für die Schlüsselübergabe lag. 61 Antworten konnten nicht gewertet werden, da die entsprechenden Personen angegeben hatten, dass sie keine Kinder haben und somit nicht für die Untersuchung geeignet sind. Damit beläuft sich die Zahl der ausgewerteten Daten auf 1107 Antworten. Alle Daten wurden anonym erhoben und ausgewertet, sodass zu keiner Zeit ein Rückschluss auf einzelne Personen möglich ist. Die angegebenen Altersangaben sind Durchschnittsangaben, die mit Hilfe der von den Teilnehmern gemachten Angaben berechnet wurden.